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Gruftis - Teufelsanbeter?

Die Gruftiszene ist vielfältig und breitet sich immer weiter aus. Gesehen hat wohl jeder schon einen dieser Gestalten, die sich haufenweise überall herumtreiben. Aber unter denen befinden sich auch ebenso viele Möchtegerns oder einfach schlichte Modegruftis, die auf diese Art von Aufmachung stehen. Typische Zeichen aus der Gruftiszene wie das Pentagramm oder das umgekehrte Kreuz und die 666, das Zeichen des Antichristen, sind sehr verbreitet. Sieht man sich nur mal auf unserer Schule um, prangen sie auf einigen Bänken, Rucksäcken oder vielleicht sogar als selbstverpaßte Verewigung auf irgendenwelche Körperteilen. Die Frage, zu welcher der Sorten von Gruftis die Künstler gehören, wird hier einmal offen gelassen. Darüber gibt es wohl auch auseinandergehende Meinungen. Daneben gibt es aber auch solche Gruftis, die sich zu irgendwelchen Schwarzen Sekten bekannt haben oder, falls sie noch nicht so weit gehen wollen, zumindest okkulte Techniken ausüben. Okkultismus betreiben solche Grufties alle; da kursieren esoterische Gespräche über Astralkörper und ASW wie wild. Jedoch geht es in den schwarzen Sekten noch viel wilder zu. Meistens kommen die Mitglieder über okkulte Sitzungen (Tische rücken,...) oder direkt über Teilnahme an einem Blutopfer innerhalb der Sektenmitglieder zu solchen Sekten. Oft werden sie dann durch Gewaltandrohung dazu gebracht beizutreten und sich den Oberhäuptern unterzuordnen. Wer dort aus reiner Neugier beitritt, wird das bald bereuen. Im allgemeinen sind solche Sekten SadoMaso-Anhänger; daß Untergeordnete krankenhausreif geprügelt werden, ist keine Seltenheit. Dazu rufen schon die Parolen und Dogmen der Sekten auf, die verkünden, daß jedes Gefühl außer Haß, reiner Selbstbetrug und Heuchelei ist. Die Mitglieder werden zu diesem Haß erzogen. Jedem Neuankömmling wird eine Art Bezugsperson zugeteilt, die ihn Schritt für Schritt in diese Richtung erzieht. Dazu gehören tägliche Prügel, Beschimpfungen und das Ausnutzen des Vertrauens, was meistens auf sexueller Basis abläuft. Meist wird dazu erst das Vertrauen erworben, dem Schützling eine Art Beziehung vorgespielt, um ihm dann auf möglichst brutale Weise, die Wahrheit klarzumachen. Dadurch wird das erste Mal Haß erzeugt, der danach häufig durch Perversitäten, die dem Neuling aufgezwungen werden, noch gesteigert werden soll. Daneben werden aber Treffen, Gespräche und Lehren so übermittelt, daß dieser Neuling völlig in ihnen aufgeht und die Lehren total verinnerlicht. Dazu sind den Anhängern noch ziehmlich bizarre Rituale dienlich, mit denen die Neulinge weiter an die Sekte gefesselt werden. Dabei geht es um Bluthochzeit, bei der der Neuling bsp. sein Lieblingstier schlachten muß und anschließend das Blut trinken muß, die Fesselung an Leichen oder das Essen von rohem Fleisch, um Ekelgefühle zu überwinden. Bei manchen Sekten ist es noch der Fall, daß sie ihre Mitglieder für sadistische Spiele an andere Leute vermieten.

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